Bücher über deutsche Burgen – Literatur für Einsteiger und Burgenforscher
Deutschland gehört zu den burgenreichsten Ländern Europas. Wie viele Burgen es hier einst tatsächlich gab, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Das Europäische Burgeninstitut der Deutschen Burgenvereinigung schätzt die Zahl der ehemaligen Burgen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik auf etwa 20.000 bis 25.000.[1] Dazu zählen nicht nur erhaltene Burgen und Ruinen, sondern auch Burgstellen, von denen heute kaum noch etwas zu erkennen ist.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Dichte historischer Anlagen am Rhein. Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wird von etwa 40 Burgen, Schlössern und Festungen geprägt.[2] Viele dieser Anlagen wurden zunächst aufgegeben und später in den Kriegen des 17. Jahrhunderts zerstört. Ihre Ruinen wurden im späten 18. und 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Bestandteil der Rheinromantik.[2]
Auch Thüringen besitzt eine bedeutende Burgenlandschaft. Herausragendes Beispiel ist die Wartburg bei Eisenach. Sie wurde 1999 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Die Wartburg zeigt zugleich, warum sich ein genauerer Blick auf deutsche Burgen lohnt: Was heute mittelalterlich erscheint, muss nicht vollständig mittelalterlich sein. Zahlreiche Burgen wurden über Jahrhunderte erweitert, zerstört, wiederaufgebaut, restauriert oder rekonstruiert.
Um die Geschichte einer Burg und ihre verschiedenen Bauphasen zu verstehen, reicht der Blick auf die heute erhaltenen Mauern deshalb häufig nicht aus. Historische Beschreibungen, Grundrisse, Zeichnungen, Fotografien und die Ergebnisse moderner Burgenforschung können ein wesentlich vollständigeres Bild vermitteln.
Genau hier beginnt die Literatur über Burgen.
Die Deutsche Burgenvereinigung und ihre Publikationen
Eine der wichtigsten Institutionen auf diesem Gebiet ist die Deutsche Burgenvereinigung e. V. Sie wurde 1899 in Berlin als „Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen“ gegründet. Initiator war der Berliner Architekt und Burgenforscher Bodo Ebhardt.[3]
Bereits 1900 erwarb die Vereinigung die Marksburg oberhalb von Braubach am Rhein. 1931 wurde der Vereinssitz von Berlin auf die Marksburg verlegt.[3]
Zur Deutschen Burgenvereinigung gehört das Europäische Burgeninstitut. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die wissenschaftliche Erfassung von Burgen. Mit der Burgendatenbank EBIDAT soll langfristig eine möglichst umfassende Dokumentation der Burgen auf dem Gebiet Deutschlands entstehen – einschließlich abgegangener und nur noch durch historische Quellen nachweisbarer Burgstellen.[4]
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist zudem die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Bereits seit der Gründung der Vereinigung im Jahr 1899 erscheint eine wissenschaftliche Zeitschrift. Bis 1959 trug sie den Namen „Der Burgwart“, seit 1960 erscheint sie als „Burgen und Schlösser“.[5]
Hinzu kommen Forschungsbände, Tagungspublikationen, Burgführer und weitere Veröffentlichungen. Die Themen reichen von einzelnen Burgen und Burgenlandschaften über Architektur und Baugeschichte bis zu Archäologie, Denkmalpflege und Restaurierung.
Drei Bücher für unterschiedliche Interessen
Die Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung zeigen, wie vielfältig Burgenforschung sein kann. Drei Beispiele aus dem Sortiment von Buchkontor:
Die Burg als Teil der Stadtbefestigung
Burgen standen nicht immer für sich allein. Besonders interessant ist ihr Verhältnis zu mittelalterlichen Städten und deren Befestigungen.
Der von der Landesgruppe Thüringen der Deutschen Burgenvereinigung herausgegebene Tagungsband „Die Burg als Teil der Stadtbefestigung“ widmet sich diesem Thema. Die Festschrift für Thomas Stolle wurde von Michael Kirchschlager und Volker Gölitz herausgegeben und besitzt durch die Landesgruppe Thüringen zugleich einen besonderen regionalen Bezug.
→ Die Burg als Teil der Stadtbefestigung bei Buchkontor
Von Brunnen, Eseln und anderem – Wasserversorgung auf Höhenburgen
Eine Höhenburg stellte ihre Bewohner vor ein ganz praktisches Problem: Wie ließ sich die Wasserversorgung sicherstellen?
Nina Günster beschäftigt sich in „Von Brunnen, Eseln und anderem“ mit der Wasserversorgung auf Höhenburgen am Beispiel des Karstgebietes der Nördlichen Frankenalb. Das Buch zeigt anschaulich, wie speziell die Fragestellungen moderner Burgenforschung sein können.
Brunnen, Zisternen und der Transport von Wasser waren keine Nebensache. Eine zuverlässige Wasserversorgung war eine grundlegende Voraussetzung für die Nutzung einer Höhenburg.
→ Von Brunnen, Eseln und anderem bei Buchkontor
Die Marksburg – eine Burg genauer kennenlernen
Wer zunächst keine wissenschaftliche Spezialuntersuchung sucht, kann mit einem Burgführer beginnen. Ein Beispiel dafür ist „Die Marksburg: Burgführer“ aus der Reihe „Europäische Burgen und Schlösser“ der Deutschen Burgenvereinigung.
Die Marksburg nimmt in der Geschichte der Deutschen Burgenvereinigung eine besondere Stellung ein. Die Vereinigung erwarb die Burg bereits 1900; seit 1931 befindet sich hier ihr Sitz.[3]
Der Burgführer bietet einen kompakten Einstieg in Geschichte und Architektur einer konkreten Burganlage.
→ Die Marksburg und weitere Bücher zum Thema Burgen bei Buchkontor
Mehr Burgenliteratur entdecken
Neben den Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung finden sich bei Buchkontor zahlreiche weitere gebrauchte und antiquarische Bücher über Burgen, Schlösser, Architektur und Geschichte.
Da antiquarische Bücher häufig nur einmal vorhanden sind, verändert sich das Angebot laufend. Statt einzelne antiquarische Titel dauerhaft zu empfehlen, lohnt sich deshalb ein Blick in die jeweils aktuelle Auswahl.
Burgen und Burgenforschung
Vom regionalen Burgführer bis zur Fachliteratur finden sich hier Bücher rund um Burgen, ihre Geschichte, Architektur und Erforschung.
→ Alle Bücher zum Thema Burgen
Publikationen der Deutschen Burgenvereinigung
Forschungsbände, Tagungspublikationen, Burgführer und weitere Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung.
→ Publikationen der Deutschen Burgenvereinigung
Geschichte
Wer über die Burgen hinaus tiefer in die historischen Zusammenhänge einsteigen möchte, findet im Bereich Geschichte Literatur aus unterschiedlichen Epochen und Themengebieten.
→ Bücher aus dem Bereich Geschichte
Warum ältere Burgenbücher interessant bleiben
Gerade bei der Beschäftigung mit Burgen kann ältere Literatur einen besonderen Quellenwert besitzen. Historische Fotografien, Zeichnungen, Grundrisse und Beschreibungen können einen Zustand dokumentieren, der heute nicht mehr existiert.
Restaurierungen, Umbauten, archäologische Untersuchungen und fortschreitender Verfall haben das Erscheinungsbild vieler Anlagen verändert. Gleichzeitig können Datierungen und Interpretationen älterer Veröffentlichungen durch neuere Forschungen überholt sein.
Wer sich intensiver mit einer bestimmten Burg beschäftigt, sollte deshalb ältere und neuere Literatur miteinander vergleichen.
Darin liegt ein besonderer Reiz antiquarischer Burgenbücher: Sie vermitteln nicht nur Wissen über die Vergangenheit. Mit zunehmendem Alter können sie selbst zu einem Zeugnis der Geschichte der Burgenforschung werden.
Quellen und weiterführende Informationen
[1] Deutsche Burgenvereinigung e. V. / Europäisches Burgeninstitut: „Projekte“. Das Institut nennt eine Hochrechnung von etwa 20.000 bis 25.000 ehemaligen Burgen einschließlich Burgruinen und Burgstellen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
https://www.deutsche-burgen.org/de/verein-startseite/projekte.html
[2] Deutsche UNESCO-Kommission: „Oberes Mittelrheintal“. Die UNESCO beschreibt die Kulturlandschaft mit etwa 40 Schlössern, Burgen und Festungen und erläutert die Bedeutung der Ruinen für die Rheinromantik.
https://www.unesco.de/staette/oberes-mittelrheintal/
[3] Deutsche Burgenvereinigung e. V.: „Geschichte der Deutschen Burgenvereinigung“. Gründung 1899 in Berlin, Erwerb der Marksburg 1900 und Verlegung des Vereinssitzes auf die Marksburg 1931.
https://www.deutsche-burgen.org/de/verein-startseite/%C3%BCber-die-dbv/geschichte.html
[4] Deutsche Burgenvereinigung e. V. / Europäisches Burgeninstitut: „EBIDAT Burgendatenbank“. Ziel der Datenbank ist die überregionale Erfassung der Burgen einschließlich abgegangener und nur durch historische Quellen nachweisbarer Anlagen.
https://www.deutsche-burgen.org/de/institut/projekte/ebidat.html
[5] Deutsche Burgenvereinigung e. V.: „Burgen und Schlösser“. Die wissenschaftliche Zeitschrift der Vereinigung erscheint seit deren Gründung 1899; bis 1959 unter dem Titel „Der Burgwart“, anschließend als „Burgen und Schlösser“.
https://www.deutsche-burgen.org/de/institut/zeitschrift/

